
Das Paneum der Firma Backaldrin nahe Linz
Besuch in der Wunderkammer des Brotes
Im Paneum bei Linz wird Brot zur Bühne der Geschichte: Im futuristischen „Wolkenschiff“ treffen 1.200 Exponate aus 9.000 Jahren auf spektakuläre Architektur – und zeigen, warum Brot weit mehr ist als Nahrung.
© Sabine Kemper
Die Sonne steht über Asten und weiße Wolken segeln am Himmel, als wir uns dem Paneum nähern. Schon von Weitem sehen wir das Wolkenschiff über seinem quaderförmigen Sockel schweben. Eine Konstruktion, die wie aus der Zukunft zu stammen scheint und doch tief in der Geschichte des Brotes wurzelt. Für uns ist der Besuch auf Einladung von Peter Augendopler mehr als eine Reportage. Wir reisen durch Jahrtausende und erleben Kulturgeschichte, Architektur und Leidenschaft.
Kultureller Code seit 9.000 Jahren
Wer das Paneum betritt, spürt sofort die Wucht der Zahlen: 1.200 Exponate aus 9.000 Jahren, ausgewählt aus einer Sammlung von über 15.000 Objekten. Sie erzählen von Kornmumien im alten Ägypten, von rituellen Gefäßen aus Peru, von chinesischen Getreidespeichern, Zunftgeräten und Büchern, die Generationen von Bäckern begleitet haben. Rund 5.500 Titel umfasst die Bibliothek. All dies macht klar: Brot ist nicht nur ein Lebensmittel. Brot ist ein kultureller Code, ein Symbol für Leben, Gemeinschaft und Hoffnung. Die Geschichte beginnt lange vor den ersten Bäckereien. Schon vor etwa 10.000 Jahren mahlten Menschen Getreide zwischen Steinen. Vor rund 6.000 Jahren kannten die Sumerer bereits Backöfen, und die Ägypter entwickelten das gesäuerte Brot, das mit Hefe zu lockeren Laiben aufging. Im alten Rom gehörte das tägliche Brot zu den Staatsaufgaben, „panem et circenses“ prägten das Gemeinwesen. Im Mittelalter organisierten sich Bäcker in Zünften, Brotpreise waren oft festgelegt, Brotaufstände entschieden über Macht und Ohnmacht.
Staunen als Programm
„Wenn die Leute ein bisschen


