Was kostet das Brot von morgen?
Jahrestagung des Verbandes Deutscher Großbäckereien
Bürokratieabbau, Fachkräftemangel und die Frage, was Brot in Zukunft kosten darf: Wenn sich die Branche Anfang Oktober 2026 zur Jahrestagung des Verbandes Deutscher Großbäckereien trifft, stehen die drängendsten Themen auf der Agenda. Das Programm verbindet Fachvorträge, Werksbesichtigungen und einen Festabend mit der Verleihung der Ehrensenatorenwürde des Deutschen Brot-Senats.

Ein Einblick in die Produktion bei Harry ist auf der Jahrestagung des Verbandes Deutscher Großbäckereien möglich.
© Verband deutscher Großbäckereien e.V.
Die Großbäckereien in Deutschland stehen unter Druck wie selten. Schwankende Getreidequalitäten, unsichere Lieferketten, regulatorische Auflagen, eine angespannte Personalsituation und ein Lebensmitteleinzelhandel, der wenig Spielraum bei den Preisen lässt. All das prägt das Tagesgeschäft. Vor diesem Hintergrund versammelt der Verband Deutscher Großbäckereien e.V. seine Mitgliedsunternehmen sowie Gäste am 1. und 2. Oktober 2026 zur Jahrestagung in Hannover.
Den Auftakt bildet am ersten Tag die Besichtigung eines Werkes von Harry-Brot, einer der bekanntesten Marken im deutschen Brotregal. Der zweite Tag verlagert das Geschehen in das Backforum der Martin Braun Gruppe, wo nach der Mitgliederversammlung das inhaltliche Herzstück der Tagung folgt: eine Vortragsreihe mit anschließender Podiumsdiskussion.
Dr. Ruben Weiser zeigt, wie digitale Bildung dem Nachwuchs- und Fachkräftemangel begegnen kann. Rudolf Hepp vom DLG-TestService stellt mit der „Plattform Ackerbau" Lösungsansätze für die Herausforderung schwankender Getreidequalitäten vor. Stephan Tromp vom Handelsverband Deutschland (HDE) widmet sich der Frage, wie sich die ausufernde Bürokratie wirksam zurückfahren lässt. Prof. Michael Kleinert von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften entwirft das „Brot der Zukunft" als genussvoll, seinen Preis wert und „enkeltauglich". Und Bernd Kütscher, Geschäftsführer der Bäckerei Achim Lohner, stellt die fast schon existenzielle Frage „Brot ohne Bäcker, Bäcker ohne Brot?" und damit die Zukunftsfähigkeit des Kulturerbes Brot zur Diskussion.
„Die Themen, die wir auf der Jahrestagung verhandeln, betreffen nicht nur unsere Mitgliedsunternehmen. Sie betreffen die gesamte Versorgung der Bevölkerung mit einem Grundnahrungsmittel", so Norbert Lötz, Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien. Hauptgeschäftsführer Tobias Schuhmacher ergänzt: „Wir wollen in Hannover nicht nur über Probleme reden, sondern mit Fachleuten aus Wissenschaft, Handel und Praxis konkrete Lösungsansätze diskutieren."
Ehrensenatorenwürde für Bernd Kütscher
Den festlichen Abschluss bildet die Abendveranstaltung in der Burg Königsworth. Hier verleiht der Verband Bernd Kütscher die Ehrensenatorenwürde, eine der höchsten Auszeichnungen, die die Branche zu vergeben hat. Geehrt werden damit Kütschers Verdienste um die Backbranche in seiner langjährigen Rolle als Direktor der Bundesakademie des Deutschen Bäckerhandwerks. Diese hatte er jüngst gegen einen operativen Geschäftsführungsposten bei Achim Lohner getauscht.
Die Jahrestagung steht auch Branchenvertreterinnen und -vertretern offen, die nicht Mitglieder des Verbandes sind. Anmeldungen und das vollständige Programm gibt es über die Geschäftsstelle per E-Mail unter info@grossbaecker.de.




