Zum Thema
Der neue Newsletter der Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung stellt ein Forschungsprojekt zu Nebenströmen aus der Kartoffelverarbeitung vor, berichtet über den Lebensmittelrechtstag für Erzeugnisse aus Getreide und gibt zahlreiche weitere Hinweise für die Branche.
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
seit vielen Jahren beklagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) den zu geringen Verzehr von Ballaststoffen, den sie für eine gesunde Ernährung von Erwachsenen mit täglich 30 g für notwendig erachtet. Fakt ist jedoch, dass die durchschnittliche Ballaststoffaufnahme deutlich niedriger ist als der genannte optimale Wert.
In diesem wissenschaftlichen wie gesellschaftlichen Zusammenhang ist das von Max Brennecke beschriebene Forschungsvorhaben „Nebenströme der kartoffel- und ölverarbeitenden Industrie zur Produktion gesünderer Kartoffelprodukte“ einzuordnen, das er im Rahmen der diesjährigen Stärke-Tagung der AGF vorgestellt hat. Bei diesem vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat im Rahmen des Programms Innovationsförderung finanzierten Projekts (kurz: KaProBast) arbeitet das Institut für pflanzliche Lebensmittel (PL) des Max Rubner-Institutes in Detmold mit drei Praxispartnern zusammen an dem Ziel, aus den genannten Nebenströmen Ballaststoffe zu gewinnen. Mit diesen sollen Kartoffelprodukte ernährungsphysiologisch aufgewertet werden. Sollte sich nun die Frage stellen, wieso die Beschreibung eines Kartoffel-Forschungsprojektes Erwähnung in GMB findet, so sei darauf verwiesen, dass die backende Zunft „Kartoffelbrote“ erzeugt, in denen eine ballaststoff-angereicherte kartoffel-basierte Komponente aus Ernährungssicht durchaus interessant sein dürfte. Oder Eiweißbrot mit Kartoffelprotein plus Kartoffel-Ballaststoffen. Auch im Interesse der Verbesserung des Nutri-Score einschlägiger Produkte vielleicht nicht uninteressant!
Am 15. und 16. Juni 2026 hat in Detmold der 33. Lebensmittelrechtstag für Erzeugnisse aus Getreide stattgefunden. Fachleute aus der Lebensmittelüberwachung, Lebensmittelwirtschaft, aus Forschung und Fachkanzleien diskutierten aktuelle Entwicklungen rund um die Themenschwerpunkte Lebensmittelsicherheit, Verpackungskennzeichnung, Allergene, Health Claims und Botanicals und sogen. Green Claims. Eine ausführliche Darstellung der Präsentationen finden Sie jetzt auf www.getreidemehlundbrot.de, wobei ich als in juristischen Dingen nicht so Bewanderter stets wieder mit Erstaunen feststelle, mit welchen immer neuen Regelungen und Verordnungen sich Hersteller und Behörden auseinandersetzen müssen. Und wenn die „große Politik“ den Wald von Verordnungen und Gesetzen zu durchforsten verspricht, beschleicht mich doch die leise Frage, ob nicht auch beim Lebensmittelrecht hier und da Auslichtungsbedarf besteht.
In einem weiteren Beitrag befasst sich Peter Rietschel von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe mit der Staubminderung in Backbetrieben, ganz speziell mit Luftreinigern. Backbetriebe betreiben nach seinen Ausführungen sehr viele Basismaßnahmen zur Minimierung von Stäuben in der Luft der Produktionsstätten, doch bleiben Feinstäube eine Herausforderung, um die Gefahr des „Bäckerasthmas“ zu vermeiden. Im Beitrag werden Lüftungsanlagen und spezielle Luftreinigungsaggregate in ihrer Effizienz auf die sogen. Luftwechselzahl verglichen, und betont, dass mit Luftreinigern noch markante Verbesserungen erzielbar sind. Der Autor verweist zudem auf Angebote der Berufsgenossenschaft BGN, Mehlstaubmessungen direkt vor Ort im Betrieb durchzuführen.
In der Hoffnung, verehrte Leserschaft, die gegebenen Hinweise wecken Ihr Interesse an den ausführlichen Beiträgen, verbleibe ich mit
herzlichen Grüßen
Ihr Meinolf G. Lindhauer





