Klimawandelangepasste Körnerfrüchte
Sorghum als Rohstoff der Zukunft
Das kooperative Forschungsprojekt „CLIC – Climate-smart grain crops“ des ecoplus Lebensmittel Cluster Niederösterreich untersucht das Potenzial von Sorghum für den Einsatz in Backwaren und weiteren kommerziell erhältlichen Lebensmitteln.

V.l.n.r.: Alexander Györgyfalvay (Assistent der Geschäftsführung Kuchen-Peter Backwaren GmbH), Johanna Mikl-Leitner (Landeshauptfrau Niederösterreich), Nathalie Winkelhofer (Produktentwicklerin Kuchen-Peter Backwaren GmbH) und Claus Zeppelzauer (ecoplus Prokurist).
© © NLK Khittl
Die Sicherstellung einer hochwertigen und zeitgemäßen Lebensmittelversorgung gewinnt angesichts des Klimawandels und einer wachsenden Weltbevölkerung an Bedeutung. Das neue Projekt widmet sich dieser Herausforderung.
Zu den Projektpartnern zählt die Kuchen-Peter Backwaren GmbH aus Hagenbrunn. „Mit innovativen und klimaresilienten Rohstoffen wie Sorghum schaffen wir die Basis für eine nachhaltige Ernährung der Zukunft. Forschungseinrichtungen und Betriebe in Niederösterreich leisten hier Pionierarbeit – und genau diese Innovationskraft zeichnet unser Bundesland aus. Mit Projekten wie CLIC stärken wir nicht nur die Ernährungssicherheit, sondern auch die regionale Wertschöpfung. Wenn wir alternative Kulturen erfolgreich in die Lebensmittelproduktion integrieren, profitieren Landwirtschaft, Betriebe sowie Konsumenten gleichermaßen“, betonte die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei einem Besuch des Kooperationsprojektes.
Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette
Das FFG-geförderte CORNET-Projekt CLIC betrachtet die gesamte Lebensmittel-Wertschöpfungskette, von der Sortenauswahl über Verarbeitungsverfahren bis hin zur Endverarbeitung. Ziel ist es, einen Beitrag zu leisten, Sorghum als nährstoffreichen und technologisch einsetzbaren Rohstoff im europäischen Lebensmittelmarkt zu etablieren. Erste Grundlagen wurden bereits im FFG-Branchenprojekt Klimatech geschaffen. Unternehmen aus Müllerei, Bäckerei und Nudelproduktion profitieren dabei von Erkenntnissen, die sie unmittelbar in ihre Produktentwicklungen einfließen lassen können.
Die Kuchen‑Peter Backwaren GmbH aus Hagenbrunn bringt in das Projekt ihre langjährige Erfahrung in der handwerklichen und zugleich technologisch anspruchsvollen Backwarenproduktion ein. Das 1964 gegründete Familienunternehmen ist größter Krapfen-Bäcker in Österreich. Krapfen sind mittlerweile das ganze Jahr über sehr beliebt, insbesondere aber während der Faschingszeit. „Unser Unternehmensleitsatz ist es, Produkte in Top-Qualität zu einem angemessenen Preis herzustellen. Backwaren sollen leistbar bleiben – für alle. Ziel ist es, mögliche zukünftige Preissteigerungen abzufedern und nicht unverhältnismäßig an den Endkunden weiterzugeben. Um dieses Versprechen auch langfristig einlösen zu können, ist es notwendig, frühzeitig an Lösungen zu arbeiten und alternative Rohstoffe wie Sorghum gezielt zu erforschen“, erklärt Alexander Györgyfalvay, Assistent der Geschäftsführung Kuchen-Peter Backwaren GmbH.
Potenzial von Sorghum
Im Rahmen des Projekts konnten konkrete Versuche durchgeführt werden, um das Potenzial von Sorghum in der Praxis zu erproben. Neben Korngebäck, Brösel und Knödelbrot wurde auch ein Vrapfen (veganes Fettgebäck) mit Sorghum als Zutat entwickelt. Die ersten Maschinenversuche haben dabei bereits sehr vielversprechende Ergebnisse geliefert und gezeigt, dass Sorghum Potenzial besitzt.
Der ecoplus Lebensmittel Cluster NÖ initiiert gemeinsam mit innovativen Lebensmittelproduzenten Forschungs- und Entwicklungsprojekte, um gemeinsam mit der Wissenschaft komplexe Fragestellungen zu beantworten. Durch die Begleitung innovativer Projekte stärkt der ecoplus Lebensmittel Cluster NÖ die Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung der heimischen Lebensmittelwirtschaft.
Das kooperative Forschungsprojekt CLIC zeigt, wie wir die gegebene Rohstoffvielfalt für den Einsatz in Lebensmitteln nutzen können. Durch den intensiven Austausch von Lebensmittelwirtschaft und Wissenschaft entstehen nachhaltige Lösungen. Wir unterstützen Unternehmen dabei, diese Chancen zu erkennen und erfolgreich umzusetzen.“
Claus Zeppelzauer, ecoplus Prokurist und Bereichsleiter Unternehmen & Technologie.


